Wie wär’s mal mit weniger Plastik?

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©hamburg.de

Bestimmt hat jeder von uns schonmal die schrecklichen Bilder von zugemüllten Stränden und Tieren, die sich in Plastikmüll verfangen haben, gesehen. Plastik findet sich überall in unserem Alltag wieder.

Nehmen wir einen Gang in den Supermarkt: Auf dem Einkaufszettel stehen Paprika, Gurke, ein paar Kräuter, Shampoo und Duschgel. Der gute, alte Paprikamix – in Plastik verpackt. Die einzelne Gurke – in Plastik verpackt. 100g Koriander – in Plastik verpackt. Von dem Shampoo und dem Duschgel mal ganz zu schweigen. Die meisten von uns kennen es nicht anders. Es ist einfach total ’normal‘. Ich habe immer, ohne wirklich darüber nachzudenken, nach den in Plastik eingeschweisten Lebensmitteln gegriffen. Oder mir für die paar Äpfel aus dem Supermarkt eine Obsttüte aus Plastik genommen, damit auch nichts dran kommt, obwohl ich sie eh vorm Essen nochmal mit Wasser abgewaschen habe. Oder mir ständig einen Kaffee-to-go im Pappbecher geholt. So ein Pappbecher von Starbucks mit Herbst- oder Wintermotiv sieht ja auch ganz niedlich aus.

Im letzten halben Jahr habe ich mir dann doch mal etwas mehr Gedanken über meinen Plastikkonsum gemacht. Die Plastiktüte aus Supermärkten, Drogerien, Bekleidungsgeschäften oder anderen Shops habe ich zwar schon etwas länger durch einen Stoffbeutel ersetzt, aber wie gesagt, Lebensmittel, Shampoo, Duschgel und vieles mehr in Plastikverpackungen ist dann doch ständig in meinen Einkaufskorb gewandert. Ich habe einen Artikel über Lauren Singer und ihren Blog ‚Trash is for Tossers‘ gelesen und war ganz schön baff. Dass jemand es schafft so auf Müll zu verzichten, dass der Müll der letzten zwei Jahre in ein mittelgroßes Schraubglas passt, hat mich ganz schön umgehauen. Statt auf herkömmliche Zahnpasta oder Bodylotion zurückzugreifen, stellt sie diese selbst her. Auch auf den Kaffee-to-go ist sie stets vorbereitet. In ihrer Tasche hat sie immer ein Schraubglas und Strohhalme aus Edelstahl dabei. Das fand ich ziemlich beeindruckend und hab mir gedacht: Wenn Lauren in zwei Jahren so wenig Müll produzieren kann, der in ein Schraubglas passt, muss es bei dir doch auch möglich sein, mal mehr auf Plastik zu verzichten.

Natürlich bringt das Ganze einen gewissen organisatorischen Aufwand mit sich. Stoffbeutel, Gefäße für die Lebensmittel, Becher für Kaffee-to-go – alles muss man parat haben und man schleppt mehr Zeugs mit sich rum. Aber ich denke, dass dies alles eine Sache der Gewohnheit ist. Hat man sich einmal damit angefreundet, fällt es einem nachher gar nicht mehr auf. Und natürlich müssen da auch noch die Supermärkte, Cafés usw. mitmachen. Viele Cafés haben mittlerweile aber kein Problem mehr damit, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Gemüse und Obst kann man wunderbar auf dem Markt einkaufen oder im Supermarkt die eingeschweisten Obst- und Gemüsesorten meiden. Wer einen Unverpackt-Laden in seiner Nähe hat, kann dort einiges finden, was sein Herz begehrt. Teilweise kann man dort auch Putz- und Waschmittel, Shampoo und Duschgel abfüllen. Ansonsten hat ‚Lush‘ einiges zu bieten, was verpackungsfreies Shampoo und Duschgel angeht.

Versteht mich nicht falsch, ich produziere immer noch viel zu viel Plastikmüll, wenn ich mir meine Gelbe-Sack-Tonne so anschaue, aber ich versuche mich so langsam ranzutasten und mehr Bewusstsein dafür zu gewinnen.

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Mein Bestand an Vorratsgläsern wächst stetig. Vor allem die Mason Jars sind 1. ziemlich hübsch und 2. vielfältig einsetzbar, z.B. auch als To-Go-Becher.

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Eines meiner Weihnachtsgeschenke war dieser hübsche To-Go-Becher aus Glas von ‚Keep Cup‘. Die Becher gibt es in vielen verschiedenen Farben und Größen. Eine Nummer kleiner findet ihr z.B. hier. Na, der kann optisch doch wohl allemal mit den Pappbechern von Starbucks mithalten.

Im Moment findet ihr übrigens bei Avocadostore.de viele praktische Helfer für einen plastikfreien Alltag.

Auf meiner To-do-Liste stehen: Zahnpasta und Bodylotion selber machen. Schauen wir mal, wie dieser Versuch ausgeht. Ich halte euch auf dem Laufenden!

15 Gedanken zu “Wie wär’s mal mit weniger Plastik?

  1. Ein sehr guter Beitrag und ja, wir sollten uns zumindest bemühen auf Plastik zu verzichten.
    Letztens im Supermarkt wurde ich doch tatsächlich von der Kassiererin angemoppert, weil ich fünf Birnen ohne Tüte aufs Band gelegt habe. Es gibt hier extra Tüten für das Obst, hat sie gesagt. Ich habe dann nur geantwortet: es gibt auch Menschen denen unsere Erde nicht egal ist. Draußen habe ich mich aber noch ein bisschen über diese Frau geärgert.

    viele Grüße
    Rebecca

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  2. Willkommen bei den Plastikverweiger! Doch Obacht, fängt man einmal damit an, kann man nicht mehr aufhören und es fallen einem immer mehr Dinge auf. Beim Einkaufen kann man noch viel Plastik vermeiden, wenn man zurück auf Glasflaschen steigt und die PET-Flaschen boykottiert. Säfte und auch Milch gibt es im Pfandglas. Sahne und Joghurt, teilweise auch Quark, gibt es ebenso in Pfandgläsern. Das war vor meinem Umstieg mein Plastikmüllberg! Und wie Rebecca schon gesagt hat, die Obsttüten braucht auch keiner!
    Bin gespannt, was du noch so berichtest.
    Vg, ica

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    • Hi Ica,
      ja, das ist wirklich eine komplett neue Welt. Es ist Wahnsinn, wie alltäglich Plastikverpackungen sind.
      Es ist bestimmt kein einfacher Weg, aber jeder Schritt zählt :). Ich versuche jetzt auf Leitungswasser umzusteigen, aber es schmeckt mir leider nicht so gut wie Sprudelwasser. Aber wenn es dann doch mal Mineralwasser sein soll, werde ich dann auch auf die Glasflaschen zurückgreifen :).

      Liebe Grüße,
      Feli

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      • Hi Feli, da ich kein Sprudelwasser mag, ist für mich die Leitungswasseralternative natürlich einfacher. Mit einer Scheibe Zitrone, Orange oder Beeren peppe ich es mir manchmal auf. Vielleicht schmeckt es dir dann ja? Ab und zu Sprudel ich es auf und mische es mit Fruchtsirup, was dann eine leckere Limonade gibt… So oder so, für jeden Geschmack gibt es PET-freie Alternativen. Ich hoffe, du findest schnell eine leckere für dich! LG

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  3. Hallo Feli!

    Ich finde deine Einstellung sehr gut und versuche auch, nach und nach das Plastik in unserem Haushalt zu reduzieren. Das fängt natürlich beim eigenen To-Go-Becher an (in dem ich aber statt Kaffee am liebsten Tee transportiere), geht bei der wiederbefüllbaren Edelstahl-Trinkflasche und -Brotdose weiter und erstreckt sich auch auf das Selbstherstellen von Deo und Zahnpasta. Ganz aktuell verwende ich nun auch Hydrophil-Zahnbürsten aus Bambus und kann nun auf jene aus Plastik verzichten.
    Und als ich und Mr. Grünzeug vor ein paar Tagen sahen, dass Gelbe Säcke abgeholt werden, schauten wir uns etwas ratlos an: „Haben wir überhaupt einen vollen Sack da?“ – „Nee, nur den einen hier – aber der ist gerade einmal halb voll.“
    Wir haben es geschafft, Schritt für Schritt unseren Plastikkonsum so weit einzuschränken, dass wir im Monat nur noch einen oder einen halben Gelben Sack brauchen. Vorher waren das ca. 3 Säcke. Ein schöner Fortschritt, wie ich finde. Doch Beispiele wie Lauren Singer zeigen uns, dass hier das Ende der Fahnenstange natürlich noch lange nicht erreicht ist. :)

    P.S.: Zahnpasta mache ich nach folgendem Rezept selbst: http://mehralsgruenzeug.com/2015/10/04/vegane-zahnpasta/. Mittlerweile lasse ich die Minze allerdings weg und lagere das Kokosöl so, dass ich alle Bestandteile ohne Erhitzen miteinander zu der Paste vermengen kann.

    Liebe Grüße
    Jenni

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    • Liebe Jenni,
      ein halber gelber Sack im Monat ist ja echt richtig super! Ich hoffe, das werde ich auch bald schaffen :).
      Danke für den Rezept-TIpp! Das werde ich mir auf jeden Fall anschauen und mich dann bald mal dran versuchen! Ich bin schon sehr gespannt!

      Liebe Grüße,
      Feli

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  4. Gott sei Dank sind solche Reaktionen doch eher die Ausnahme. Beim Einkaufen auf dem Markt entgeht man ihnen aber meisten komplett und verzichtet nebenbei auch noch auf diese lästigen Sticker auf dem Obst. Ich finde es toll, dass du dich mit diesem (meiner Meinung nach) wichtigen Thema beschäftigst und deinen Einfluss auf unsere Umwelt reflektierst. Weitere Dinge, die eigtl jeder Tun kann, um seinen Plastikkonsum zu reduzieren:

    Eine wiederbefüllbare Wasserflasche verwenden
    Auf den Strohhalm in der Bar verzichten
    Gabel und Löffel mitnehmen
    Vllt auf eine Holz bzw Bambuszahnbürste umsteigen und selbst Zahnpasta herstellen

    Wer Lust hat, schaut mal auf meinem Instagram Account vorbei, dort beschäftige ich mich mit dem Thema Müllvermeidung @nomoretrash

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    • Hi Anna,
      es ist wirklich ein super wichtiges Thema und es ist wichtig, dass man sich vielleicht mal ein paar mehr Gedanken über seinen Plastikverbrauch macht. Die wiederbefüllbare Wasserflasche habe ich mir jetzt auch zugelegt. Zahnpasta steht auf meiner Liste :). Und ich werde mir auch mal so einen wiederverwendbaren Strohhalm anschaffen!

      Liebe Grüße,
      Feli

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  5. Liebe Feli,
    ich erschrecke auch regelmäßig, wie unglaublich viel unnötiges Plastik es so gibt. Plastikverpackung für die Gurke, Gummibärchen in Plastiktütchen in einer großen Plastiktüte ..hä?! Warum das alles? Die Gurke wird nicht viel schmutziger, wenn sie ohne Plastik im Korb liegt. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mein Obst und Gemüse nur noch im Bio-Markt kaufe. Und demnächst besuche ich hier in München mal eines dieser verpackungsfreien Geschäfte. Ich finde ja, dass es von denen viel viel mehr geben sollte!
    Nur bei der selbst gemachten Zahnpasta bin ich skeptisch. Meine Zahnpflege ist mir sehr wichtig und gesunde Zähne gehen bei mir dann doch immer noch vor. Bin aber sehr gespannt, was du von deinem DIY – Experiment berichtest :)

    Ganz liebe Grüße
    Julia | http://www.schriftundherz.com

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    • Liebe Julia,
      ja, bei der selbstgemachten Zahnpasta weiß ich auch noch nicht so recht, weil ich auch sehr empfindliche Zähne habe. Aber ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren und berichten :).

      Liebe Grüße,
      Feli

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  6. Danke dass du dieses Thema aufgreifst. Es ist wirklich erschreckend, dass heutzutage alles in Plastik eingepackt ist. Ich versuche auch, so wenig Plastik wie möglich zu verwenden, ein normaler Einkauf im Supermarkt macht das leider unmöglich. Aber ich denke, dass da langsam ein Umdenken stattfindet und es bald mehr Verpackungsalternativen gibt.
    Liebst, Bina
    stryleTZ

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    • Liebe Bina,
      ich glaube, da hast du Recht. So langsam denken viele Menschen über ihren Plastikkonsum nach und verzichten in vielen Bereichen auf Plastik. Ich hoffe auch, dass es bald mehr Alternativen gibt und bin schon sehr gespannt :).

      Liebe Grüße,
      Feli

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